15 Jahre vegan – meine Geschichte

Heute ist ein besonderer Tag, denn heute vor 15 Jahren begann mein Weg als Veganerin. Darum möchte ich heute in diesem Jubiläumspost mal von meiner Geschichte erzählen: wie bin ich zur Veganerin geworden? Warum? Und was hat sich alles seitdem geändert?

Melanie an einem See in Neuseeland

Nach fast 15 veganen Jahren unterwegs in Neuseeland.

15 Jahre Veganiversary

Tatsächlich wusste ich lange gar nicht an welchem Tag ich genau angefangen habe vegan zu leben und bisher habe ich den Tag auch nicht gefeiert. Bei diesem Meilenstein von 15 Jahren (fast die Hälfte meines Lebens), wollte ich es dann aber doch wissen. Angefangen habe ich damals mit der Fastenzeit nach Karneval und die begann 2011 am 9. März.

Pacman Spiel aus Keksen und Smarties

Eine meiner ersten veganen Backversuche: mit veganen Schokolinsen und selbstgebackenen Keksen habe ich ein Pacman-Spiel nachgebaut.

Mein Weg zur veganen Ernährung

Schon etwa drei Jahre bevor ich vegan wurde, habe ich mich vegetarisch ernährt. Obwohl ich eigentlich schon immer wenig Fleisch gegessen habe, weil ich es nicht mochte, dachte ich lange ich könnte niemals Vegetarierin werden. Auch für Tierschutz habe ich mich teilweise schon als Kind eingesetzt und damals z.B. Protestmails gegen die Robbenjagd verschickt. Damals war mir der Unterschied, den ich zwischen meinen Lieblingestieren und den sogenannten Nutztieren machte, nicht bewusst.

Das änderte sich nachdem ich den Film „Fast Food Nation“ gesehen hatte. Darin geht es um Massentierhaltung in den USA für Fast-Food-Ketten und neben der Ausbeutung der Tiere werden auch die schlechten Arbeitsbedingungen für meist eingewanderte Arbeiter thematisiert. Ins Kino geführt hatte mich eigentlich meine Lieblingskünstlerin, Avril Lavigne, die dort eine kleine Rolle übernahm, aber die Themen beschäftigten mich Nachhaltig.

*Triggerwarnung: Beschreibung von Fleisch*

Kurz darauf sollte ich Zuhause ein einfaches Chili con Carne kochen. Das dafür aufgetaute Hackfleisch hatte meine Mutter mir schon bereit gestellt. In der Schale hatten sich mit dem Abtauwasser aber auch eine rote Flüssigkeit mit abgesetzt: Blut. Als ich das sah, überkam mich so ein Ekel und vermutlich verknüpfte sich hier endgültig der Zusammenhang zwischen den Tieren und dem Essen auf dem Teller. Der Beginn meiner Vegetarischen Ernährung.

*Triggerwarnung Ende*

Melanie bei den Niagara Fällen in Kanada

2010 bei meiner ersten Fernreise nach Kanada, damals war ich noch Vegetarierin.

Als Vegetarierin ging ich vielen meiner Freunde ständig damit auf die Nerven. Wie man das eben so macht als Jugendliche, die sich neue Werte aneignet (ich war damals 15 Jahre alt). Über meinen Freundeskreis lernte ich aber auch ein paar Veganerinnen kennen. Für mich war das Konzept Veganismus damals vollkommen neu, aber ich fand es sehr konsequent. Schließlich wollte ich so viel Tierleid wie irgendwie möglich vermeiden.

So setzte ich mir zum Ziel langfristig vegan zu werden. Da ich aber damals noch Zuhause lebte und schon froh war immer eine vegetarische „Extrawurst“ zu bekommen, war ich auf das Einverständnis meiner Eltern angewiesen. Also überlegte ich mir, wie ich das bekommen könnte. Der erste Schritt war der Verzicht auf Milchprodukte. Bei einem Allergietest wurde bei mir eine Reaktion auf Milcheiweiß abgelesen, und obwohl ich beim Verzehr von entsprechenden Produkten damals nichts merkte, war es für mich eine willkommene Gelegenheit um auf Sojamilch & Co. umzusteigen. Dann bereitete ich mein Umfeld darauf vor, dass ich vegan Fasten wollte. Das Fasten war für mich allerdings nur ein Vorwand. Ich war zwar damals auf einer katholischen Schule, aber ich bin nicht religiös und habe weder vorher noch nachher jemals gefastet. Außerdem hatte nicht vor am Ende der Fastenzeit wieder zur vegetarischen Ernährungsweise zurückzukehren. Ich erhoffte mir davon aber mehr Verständnis in meinem Umfeld, da das Konzept Fasten bekannter war. Das funktionierte und somit begann am 9. März 2011 meine Zeit als Veganerin und auch nach Ostern blieb ich dabei. In meiner Familie war das dann übrigens nie ein Problem, es wurde einfach getrennt gekocht und wahrscheinlich hätte ich gar keinen Vorwand für die Umstellung gebraucht.

vegane Schokotorte zum 95. Geburtstag

Vegane Torte zum 95. Geburtstag meiner Großtante. Als Veganerin habe ich schnell angefangen zu solchen Gelegenheiten etwas selbstgebackenes mitzubringen. Das kam meist gut an und so hatte ich auch etwas leckeres.

Vegan 2011 vs. Vegan 2026

Wenn ich zurückblicke ist die Entwicklung enorm. 2011 gab es Schätzungen zufolge etwa 60.000 Veganer:innen in Deutschland, heute sind es mehr als 1,6 Millionen. Das freut mich unheimlich und natürlich hoffe ich auch, dass ich mit meinem Blog einen kleinen Teil dazu beitragen kann Veganismus und vor allem veganes Reisen für einige zugänglicher und einfacher zu machen.

Gerade das Angebot an veganen Ersatzprodukten hat sich enorm entwickelt. In meiner Anfangszeit als Veganerin gab es ein paar grundlegende Sachen wie Aufstriche, Tofu, Pflanzendrink und Fleischersatz beim Discounter. Mehr Auswahl gab es aber nur im Bioladen oder Reformhaus und für veganen Käse musste ich bis nach Köln fahren. Heute bekomme ich eigentlich in jedem Supermarkt vegane Produkte und kann zwischen verschiedenen Marken wählen. Da heute auch immer mehr Flexitarier zu den veganen Alternativen greifen, ist der Markt auch wirtschaftlich lukrativ.

Scrambled Tofu mit Gemüse und Toast

Veganes Standardessen 2013: Rührtofu mit Gemüse und Toast mit Aufstrich

Zusammen mit dem Angebot ist auch die Bekanntheit und die Akzeptanz von Veganismus gestiegen. Was früher noch als sehr ungewöhnlich galt ist bei vielen inzwischen zur Normalität geworden. Gerade in Großstädten ist es inzwischen eher die Regel, dass ich Pflanzenmilch im Café bekomme und die Zeiten in denen ich als vegane Option im Restaurant auf Pommes und Salat zurückgreifen musste, sind zum Glück auch vorbei. Klar stehen einige Menschen dem Veganismus immer noch sehr ablehnend gegenüber, ich lasse mir davon aber nicht meine Stimmung verderben und lasse mich möglichst gar nicht erst auf Diskussionen ein. Die führen meiner Erfahrung nach sowieso meistens zu nichts.

Melanie am Strand an der Algarve

Bei einer meiner ersten Reisen als Veganerin am Strand in Portugal. Damals gab es genau ein veganes Restaurant in Portimao und wir waren jeden Tag dort essen.

Im WorldWideWeb und auf Social Media gibt es zahllose Informations- und Inspirationsquellen rund um Veganismus, Rezepte und Reisen, sowohl auf deutsch als auch international. Jedes Jahr starten mehr Menschen vegan in den Januar und probieren sich aus und gerade in jüngeren Generationen ist Veganismus stärker verbreitet und stärker normalisiert. Ich bin sehr gespannt, wie die weitere Entwicklung aussieht und ob vegan in 15 oder 25 Jahren das neue „Normal“ ist. Natürlich möchte ich weiterhin meinen kleinen Teil dazu beitragen, dass es so kommt, also freut euch auf viele weitere vegane Rezepte und Reisetipps auf Mosaiksteine.

Weiterlesen zum Thema vegan Leben:
Vegane Ernährung – so klappt die Umstellung
Günstig vegan Essen: meine Spartipps für die vegane Küche
Veganen Alltag langfristig meistern: auf diese Punkte solltest du achten

Kambodscha Rundreise: Route für zwei Wochen

Kambodscha ist auch abseits von Angkor Wat eine Reise wert. Welche Stopps du bei deiner Reise in das Land nicht verpassen solltest und die perfekte Route für einen zweiwöchigen Trip, verrate ich dir in diesem Artikel.

Ein Löwen-Wächter blickt über den Dschungel beim Pre Rup Tempel.

Phnom Penh und Killing Fields – 2-3 Nächste

Am besten startest du bei deiner Kambodscha Rundreise in der Hauptstadt Phnom Penh. Einfach, weil es hierhin die besten Flugverbindungen von Deutschland aus gibt. Für die Hauptstadt solltest du mindestens zwei volle Tag einplanen. Am ersten kannst du dir Sehenswürdigkeiten wie den Königspalast und das Nationalmuseum anschauen, am zweiten kannst du dich mehr mit der Geschichte der Roten Khmer beschäftigen.

Der reich verzierte Thronsall im Royal Palace.

Mehr zu Sehenswürdigkeiten in Phnom Penh

Battambang – 2 Nächte

Auf meiner Rundreise sind wir mit dem Zug weiter nach Battambang gereist, das ist ein Erlebnis für sich. Du kannst aber auch den Bus nehmen. In der Provinz wird sehr viel Obst und Gemüse angebaut, das macht die Stadt zum perfekten Ausgangspunkt, um die Khmer-Küche etwas besser kennenzulernen. Wir haben hier eine Fahrradtour gemacht und verschiedene, lokale Produzenten besucht um frische Früchte zu probieren. Außerdem haben wir hier an einem sehr guten Kochkurs teilgenommen (mehr dazu in meinem Vegan in Kambodscha Guide).

ich darf ausprobieren, wie man Reispapier macht

 

Im Zentrum von Battambang findest du tolle Streetart. In den Straßen wurde für den Film „First they killed my father“, der von Angelina Jolie produziert wurde, gedreht.

Alte Kolinalhäuser in Battambang

Siem Reap und Angkor Wat – 3-4 Nächte

Für das Highlight in Kambodscha, die Tempel von Angkor Wat, solltest du dir unbedingt genügend Zeit nehmen. Mindestens zwei volle Tage, wenn du es einrichten kannst drei, weil du damit auch das Ticket voll ausnutzt (es gibt Tickets für 1, 3 oder 7 Tage). Wir hatten zwei volle Tage und haben am ersten den Small Circle und am zweiten den Grand Circle erkundet. Mehr darüber liest du in meinen Tipps für Angkor Wat in 2 Tagen.

Tuktuks fahren durch ein Tor des Angkor Thom Tempels

Am Anreisetag hatten wir Nachmittags noch etwas Zeit um Siem Reap zu erkunden. Der Ort ist natürlich relativ touristisch, es gibt viele Restaurants und Cafés. Zum Souvenir-Shopping empfehle ich den Old Market und den Night Market. Hier gab es in ganz Kambodscha die beste Auswahl. Es gibt auch noch ein paar kleinere Tempel und ein Museum mit Figuren aus Angkor Wat.

buntes Treiben am Central Market in Siem Reap

Tonle Sap See – Zwischenstopp

Einen Stopp beim Tonle Sep See haben wir auf der Weiterfahrt nach Sambor Prei Kuk eingelegt. Du kannst ihn auch bei einem Halbtagesausflug von Siem Reap aus besuchen. Der See ist der größte in Südostasien und in der Regenzeit bis zu 10.400km² groß. Das Leben dort wird bestimmt von Regen- und Trockenzeit. Die Häuser schwimmen entweder auf dem Wasser, oder sind auf hohen Stelzen gebaut, die Straßen sind während der Regenzeit überflutet und man kommt nur noch mit dem Boot voran. Haupteinnahmequelle in der Region ist der Fischfang. Tausende kleine Fische werden vor den Häusern auf Holzplatten getrocknet und später zu Fischpaste verarbeitet.

Boote und Stelzenhäuser am Tonle Sap See

Wir haben am Tonle Sap einen kurzen Spaziergang durch ein Dorf und dann eine Bootstour hinaus auf den See gemacht.

Sambor Prei Kuk Tempel – 1 Nacht

Wenn du von alten Tempeln genauso begeistert bist wie ich, plane unbedingt einen Stopp in Sambor Prei Kuk ein. Die Anlagen dort sind noch älter als Angkor Wat (genauer aus dem 6. und 7. Jahrhundert) und gehören seit 2017 zum UNESCO Weltkulturerbe. Vieles ist noch im dichten Wald vergraben, dafür ist hier nicht so viel Betrieb. Ganz besonders hat mir ein Tempel gefallen, der komplett von den Wurzeln eines Baumes überwuchert war.

Ein von wurzeln eines riesigen Baumes umfangener Tempel in Sambor Prei Kuk

Kampot Region – 2 Nächte

Wusstest du, dass das Wahrzeichen von Kampot eine riesige Durian ist?! Die Frucht wird besonders viel in der Region angebaut, genauso wie der berühmte Kampot Pfeffer. Geschmacklich ist letzterer dann doch eher meins und ich fand es spannend, auf einer Pfefferfarm in Kampot mehr über den Anbau und die Ernte zu lernen. Ansonsten ist Kampot eine relativ gemütliche Stadt. In der Nähe gibt es in Kep auch sehr schöne Sandstrände und als Pendant zum Pfeffer Salzwiesen.

Auf einer Pfefferfarm in Kampotunterwegs auf einer Pfefferfarm

Koh Rong – 2-3 Nächte

Zum Abschluss der zwei Wochen in Kambodscha habe wir ein paar Nächte auf Koh Rong verbracht. Die Insel erreichst du nach einer ca 30-minütigen Fahrt mit dem Speedboat von Sihanoukville aus. Wir hatten kleine Bungalows an der Ostseite, am Coconut Beach. Unsere Zeit dort haben wir mit relaxen oder lesen in der Sonne, ab und an einer kleinen Abkühlung im Meer oder Pool und mit einem fruchtigen Smoothie oder einer frischen Kokosnuss in der Hand verbracht.

Smoothie am Strand in Koh Rong

Phnom Penh – evtl. 1 Nacht

Je nachdem, wann dein Rückflug geht, macht es Sinn nochmal eine Nacht in der Hauptstadt zu übernachten. Wenn du Abends fliegst, kannst du aber auch direkt von Koh Rong aus abreisen.

Weiterlesen zu Kambodscha und Südostasien:
Kambodscha: praktische Tipps zur Reiseplanung
Thailand Rundreise: Route für 2-3 Wochen
Vietnam: Highlights aus 2 Wochen Rundreise

Rezept: vegane Bärlauch-Spinat Suppe

Jedes Jahr zur Bärlauch-Saison probiere ich mindestens ein neues Rezept mit der würzigen Zutat aus. In diesem Jahr ist es eine frühlingshafte grüne Suppe mit Bärlauch, Spinat und Kartoffeln. Einfach zubereitet, aber trotzdem ausgefallen und lecker.

vegane Bärlauch-Spinat-Suppe

Zutaten für 2 Portionen:
500g Kartoffeln
1 Zwiebel
500ml Gemüsebrühe
125g Babyspinat
50g Bärlauch
Optional als Topping:
vegane Kochcreme

Zubereitung:
1. Die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden, die Zwiebel schälen und kleinschneiden, den Bärlauch und Spinat putzen und ggf. in grobe Stücke hacken, die Gemüsebrühe aufkochen. Von dem Bärlauch ein bisschen zur Seite nehmen und feiner hacken für das Topping.
2. Etwas Pflanzenöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebel darin anschwitzen bis sie glasig ist, die Kartoffelwürfel dazugeben und unter rühren 2-3 Minuten anrösten.
3. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, bis die Kartoffeln komplett von Flüssigkeit bedeckt sind. Ca. 20min köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
4. Dann Bärlauch und Spinat dazugeben und unter rühren weiter garen, bis beides in sich zusammengefallen ist. Gut mit grobem Pfeffer würzen und alles mit dem Pürierstab zu einer sämigen Suppe pürieren.
5. Auf die Teller verteilen und nach Belieben mit etwas veganer Sahne, gehacktem Bärlauch oder mehr grobem Pfeffer toppen.

vegane Bärlauch-Spinat-Suppe

Für meine Bärlauchsuppe habe ich eine einfache Basis aus Kartoffeln und Gemüsebrühe gewählt. Diese wird mit weiteren Gewürzen wie Zwiebeln, Bärlauch und Pfeffer geschmacklich verfeinert. Der Spinat sorgt außerdem für eine Portion Gemüse und eine extra starke grüne Farbe, beim Geschmack kommt er, allerdings mit Absicht, kaum zum tragen.

Alle Basis Zutaten für dieses Gericht sind günstig zu haben, nur Bärlauch ist etwas teurer. Falls du diesen allerdings selbst sammelst hast du hier ein weiteres einfaches Low Budget Rezept. Pflücke allerdings nur soviel, wie du brauchst und wie die Natur vertragen kann und nur dass, was du sicher als Essbar bestimmen kannst. Bei Bärlauch besteht eine Verwechslungsgefahr mit den giftigen Maiglöckchen. Ich kaufe meinen Bärlauch frisch auf dem Markt und versuche ihn möglichst schnell zu verarbeiten. Da der Bärlauch hier mit püriert wird, ist es allerdings auch nicht schlimm, wenn die Blätter schon etwas welk sind. Du findest Bärlauch zur Saison aber auch in gut sortierten Supermärkten oder im Bioladen.

vegane Bärlauch-Spinat-Suppe

Bei mir gab es die Suppe als leichtes Hauptgericht mit etwas Brot, du kannst sie allerdings auch prima in kleinen Portionen als Vorspeise servieren. Für ein Frühlingshaftes Menü passt dazu dann z.B. eine Bärlauchquiche als Hauptgang und ein Rhabarbercrumble als Nachtisch. Für weitere Rezeptideen schaue gerne in meine Übersicht veganer Bärlauch Rezepte.

Weitere vegane Rezeptideen für den Frühling:
Rhabarberkompott
Blätterteig-Spargel-Taschen
Bärlauchrisotto

Vegan in Kambodscha: das kann die Khmer-Küche

Im Januar 2025 bin ich für knapp zwei Wochen durch Kambodscha gereist. Dabei habe ich wie immer einige Restaurants getestet und erlebt, wie veganfreundlich die Khmer-Küche sein kann. Meine veganen Tipps für Kambodscha, typische Gerichte der Khmer-Küche und eine Auswahl veganer Restaurants findest du in diesem Guide.

vegan in Kambodscha, Titelbild mit Collage und Schriftzug

Wie veganfreundlich ist die Khmer-Küche?

Die Khmer-Küche in Kambodscha ähnelt von den Gerichten her, der ihrer Nachbarländer Thailand, Laos und Vietnam. Hier wird viel mit frischem Gemüse gekocht, gut gewürzt (wenn auch etwas weniger scharf als z.B. in Thailand) und dazu viel Reis gegessen. Tofu ist als Proteinreiche Beilage oft eine Option. Der kommt dann knusprig gebraten zum Reis, zum Gemüse, oder ins Curry. Gemüse wird meiner Erfahrung nach oft nur sehr kurz gegart und ist sehr knackig, bestelle es also lieber gut durch, wenn du das nicht magst. Als Veganer:in musst du außerdem auf Fisch- und Austernsoße achten.

Typische Gerichte aus der Khmer-Küche und ihre veganen Versionen

Einige Gerichte aus der Khmer-Küche sind zufällig vegan, oder leicht vegan abwandelbar.

Tofu Amok

Das klassische Amok wird mit Fisch zubereitet, der in Kokosmilch und Currypaste in einem Bananenblatt gedämpft wird. Die vegane Version wird mit meist mit Tofu und/oder Gemüse zubereitet. Das habe ich als Tofu Amok auch öfter auf der Speisekarte gesehen. Passe hier trotzdem auf wegen der Würzung und bestelle dein Tofu Amok ohne Fischsoße.

Tofu Amok mit Reis

Khmer Curry

Khmer Curry war meiner Erfahrung nach immer etwas weniger scharf als in Thailand, aber genauso lecker. Viel frisches Gemüse, würzige Soße mit Kokosmilch und dazu Reis. Wenn es gab habe ich auch immer Tofu dazu gegessen.

veganes Khmer-Curry mit Tofu

Fried Rice

Zwar ist Fried Rice normalerweise nicht vegan, da er mit Ei serviert wird. Da die Gerichte meist frisch zubereitet werden, kann man das Ei normalerweise abbestellen. Mache dich allerdings darauf gefasst, dass dein Fried Rice sehr wenig Gemüse enthält. Ich habe das Gericht ein paar Mal, mangels Alternativen in Restaurants entlang kleinerer Orte der Route bestellt und da war es meistens enttäuschend. Richtig guten Fried Rice hatte ich allerdings in einem vegetarischen Restaurant in Battambang (siehe unten) und in einem Homestay, wo ich zum Frühstück extra eine Portion mit viel Tofu zubereitet bekam.

Fried Springrolls

Frühlingsrollen gibt es fast überall in Südostasien, somit auch in Kambodscha. Meistens werden sie mit Ei zubereitet, es gibt aber auch Füllungen nur aus Gemüse. In Phnom Penh habe ich welche nur mit Taro gefüllt gegessen.

Fried Springrolls auf einem Teller

Mango Salat

Einen sehr leckeren Salat habe ich in Kambodscha ein paar Mal aus Mango gegessen. Die Frucht wird noch unreif in Streifen geschnitten und dann zusammen mit evtl. weiterem Gemüse, einem fruchtigen Limetten-Dressing und gehackten Erdnüssen serviert. Auch hier vorsichtshalber ohne Fischsoße bestellen.

Salat aus unreifer Mango

Sticky Rice in Bamboo-Stick

Dieses Gericht wird von Kamdoschaner:innen oft für unterwegs gekauft. Der Sticky Rice wird dabei im Bambus gegart, meistens pur oder mit Bohnen. Zum Essen bricht man den Stab dann auf und zieht die Stücke zur Seite weg. Ein klassisches Streetfood in Kambodscha und super günstig.

Sticky Rice in Bamboo Stick

Coconut Icecream

Einer meiner liebsten Nachtische in Südostasien war cremiges Kokosnuss-Eis. Das ist oft zufällig vegan, manchmal wird es allerdings mit Kondensmilch zubereitet. Serviert wird es hübsch in der Kokosnussschale, mit etwas Sticky Rice und Erdnüssen als Topping.

Coconut Icecream serviert in einer Kokosnussschale

Veganfreundliche Orte und Restaurants in Kambodscha

Phnom Penh

In der Hauptstadt Phnom Penh habe ich die meisten Restaurants besucht. Dort gibt es eine gute Auswahl mit einem Mix aus typisch kambodschanischer, indischer und westlicher Küche. Komplett vegane Restaurants habe ich bei meiner Reise nicht gefunden, inzwischen gibt es aber ein paar. Dafür war ich in einem vegetarisch/veganem Lokal mit schickerem Ambiente, dem Element. Ein weitere Highlight war außerdem das Planta mit einem Blumenkohlsteak auf Avocadocreme und das indische Masala Dosa Street Kitchen, mit etwas gewöhnungsbedürftigen KI-generierten Bildern auf der Speisekarte. Alle meine Tipps gibts in meinem vegan in Phnom Penh Guide.

vegan in Phnom Penh, Titelbild mit Collage und Schriftzug

Battambang

Obwohl Provinzhauptstadt ist Battambang eher ruhig, die Cafés mit veganen Optionen überschaubar. Mein Highlight hier waren die vielen lokalen Früchte, Märkte und der vegane Kochkurs.

Monorom Garden

In diesem kleinen vegetarischen Restaurant hatte ich den besten Fried Rice in Kambodscha. Die Location hatte ich auf Happy Cow entdeckt. Die Besitzerin sprach kaum englisch, auf der Karte fanden wir aber trotzdem einige leckere Optionen. Mein Fried Rice wurde mit viel Gemüse und frittiertem, weichen Tofu serviert. Außerdem war er lecker gewürzt mit chinesischem Toon, das mich vom Geschmack an Bärlauch erinnert hat.

Fried Rice mit Gemüse, Tofu und Toom

Adresse: 454W+9M7, Krong Battambang

Smokin Pots Cooking School

In Battambang haben wir auch einen Kochkurs mitgemacht. Die Smokin Pots Cookings School gehört zu einem Restaurant im Zentrum, die Kochschule liegt allerdings ein ganzes Stück außerhalb der Stadt. Wir wurden mit dem Tuktuk von unserem Hotel abgeholt und waren auf dem Weg zur Kochschule auf dem Markt einkaufen. An dem Tag waren wir nur zu zweit und konnten uns aus einem Menü verschiedene vegane Gerichte aussuchen. Wir haben uns für drei verschiedene entschieden: Tofu Amok, Khmer Curry und Fried Basil. Dabei haben wir alles selbst zubereitet, von der Currypaste bis zur Kokosmilch. Die Gerichte haben wir im Wok über dem Holzofen gegart. Das Amok wurde in zu einer Schale gefalteten Bananenblättern gedämpft. Wir konnten wirklich alles fragen, was uns zur Khmer Küche interessiert hat, ich habe wirklich viel gelernt. Obendrein waren die Gerichte auch super lecker. Dazu gab es Reis und wir bekamen stilles Wasser. Gezahlt haben wir pro Person 15USD für den Kurs, plus Trinkgeld für den Guide.

Zutaten für unsere veganen Gerichte beim KochkursDas Curry wird im Wok direkt über der Holzkohle gegart.

Adresse: Street 1.5, Krong Battambang

Siem Reap

Als touristisches Zentrum von Kambodscha hat Siem Reap viele schicke Restaurants und Cafés, darunter auch einige mit veganen Optionen. Ich war für drei Nächte dort, natürlich hauptsächlich um Angkor Wat zu erkunden und konnten deswegen nur ein paar testen. Die Auswahl ist aber noch größer.

New Leaf Eatery

Das New Leaf Eatery ist ein kleines Restaurant im Zentrum von Siem Reap. Es wird nach dem Prinzip eines Social Enterprise betrieben und ein Teil der Gewinne wird für soziale Zwecken, z.B. zur Bildung, gespendet. Ich wollte auch wegen der großen veganen Auswahl auf der Karte dorthin. Es gibt sowohl ein paar typische Gerichte aus der Khmer Küche als auch westliches Fast-Food. Die veganen und glutenfreien Optionen waren gut gekennzeichnet. Ich entschied mich für einen klassischen Burger mit extra veganem Käse (den habe ich in Kambodscha sonst nirgendwo gesehen). Der wurde mit knusprigen Backkartoffeln und etwas Salat serviert. Geschmeckt hat es super. Wenn ich länger in Siem Reap geblieben wäre, wäre ich bestimmt nochmal hingegangen.

Veganer Burger in einem Restaurant in Siem Reap

Adresse: Olive St, Krong Siem Reap 17252

Khmer Kitchen Restaurant

Direkt hinter dem Alten Markt in Siem Reap liegt dieses Restaurant mit Khmer Küche. Auf der Karte stehen auch ein paar vegane Optionen, sagt aber bei der Bestellung dazu, dass ihr keine Fischsoße oder Eier im Essen haben wollt. Wir saßen abends oben im ersten Stock und hatten von dort einen guten Blick auf das Treiben auf dem Markt. Zum Essen bestellte ich mir ein Khmer Curry mit Tofu und Reis als Beilage. Das war sehr lecker, würzig und zudem günstig.

Khmer Curry mit Tofu

Adresse: Street 2 Thnou the coner of street 9, Old market Siem reap

Amami Gelato

Auf der anderen Seite des Siem Reap River habe ich auf dem Rückweg zum Hotel dann noch diese Eisdiele entdeckt. Hier gibt es einige explizit vegane Sorten. Sowohl Fruchtsorbets, als auch Schoko, Vanille und Kokosnuss-Eis, auf Basis von Soja- oder Kokosmilch und mit Palmzucker gesüßt. Ich habe die Sorten Schoko und Kokos probiert, die waren sehr lecker und cremig.

Adresse: Wat Bo – street, 26, Krong Siem Reap 17254

Kampot

Die Stadt von Pfeffer und Durian. Beides wird viel in der Region angebaut. Auch ein paar veganfreundliche Cafés habe ich gefunden.

DEVA vegan Café

Mit dem DEVA habe ich tatsächlich auch mal ein komplett veganes Café entdeckt. Es liegt am Rande der Altstadt von Kampot. Auf der Karte stehen typische Gerichte der Khmer-Küche. Wer besonders viel probieren möchte wie wir, greift am Besten zum Menü. Das wechselt und beinhaltet mehrere kleine Gerichte. Bei uns waren das z.B. rotes Curry, Paprika-Salat, Wasserspinat, Reis Bananenchips und ein Bananenpudding. Besonders lecker fand ich auch die frischen Smoothies, die es dort gab. Meiner war mit Banane, Erdnuss und Kakao. Im Café sitzt man übrigens entweder auf einer Sitzbank, oder auf einer Schaukel.

Veganes Menü mit verschiedenen Gerichten aus der Khmer Küche im Devafrische Smoothies im Deva vegan café

Adresse: 6 Street 726, Kampot

Epic Arts Café

Ein weiteres Social Enterprise Café mit schönem Garten. Auf der Karte stehen Gerichte für Frühstück, Lunch, Snacks und Kuchen. Vegane und Glutenfreie Optionen sind gekennzeichnet. Wir waren hier zum Frühstück. Ich hatte einen Cappuccino mit Sojamilch (ein seltener Fund in Kambodscha) und das hausgemachte Müsli mit frischem Obst. Hier hatte ich auf veganen Joghurt gehofft, die vegane Version war dann aber mit Sojamilch, was auch gut geschmeckt hat.

Müsli Bowl mit frischem Obst im Epic Arts Café in Kampot

Koh Rong

Auf der kleinen Insel Koh Rong haben wir in einem Bungalow am Diamond Beach übernachtet und auch immer dort gegessen. Explizit vegane Optionen gab es dort zwar nicht, aber es lies sich immer etwas abwandeln.

Amor Resort Koh Rong

In diesem Hotelrestaurant haben wir zweimal Abends gegessen. Auf der Karte stehen ein paar vegetarische Gerichte, die ich auf Nachfrage vegan bekommen konnte. Fragt auf jeden Fall nach, denn in dem Tofu Amok wäre normalerweise Fischsoße gewesen. Außerdem gabs z.B. Kürbissuppe und Salat als vegane Optionen. Hier konnte man mit Karte zahlen, eine Seltenheit auf der Insel.

Tofu Amok mit Reis

Rafikis Retreat

Vor Rafikis Retreat konnten wir tagsüber gemütlich in Korbsesseln relaxen, mit Frucht-Smoothies in der Hand und Blick aufs Meer. Da wir Vormittags da waren hatte ich ein Gericht mit Avocado-Dip, das schmeckte ganz ok, war aber leider weniger ansehnlich präsentiert. Wären wir später nochmal hier gewesen, hätte ich eine der Pizzen aus dem Steinofen probiert.

Smoothie am Strand in Koh Rong

Weiterlesen zu veganen Reisen in Südostasien:
Vegan in Vietnam
Vegan in Thailand
Vegan in Laos

Kambodscha: praktische Tipps zur Reiseplanung

Im Januar 2025 bin ich für knapp zwei Wochen durch Kambodscha gereist. Natürlich wollte ich das berühmte Angkor Wat sehen, aber auch noch mehr von dem Land in Südostasien kennenlernen. Damit du es bei deiner Reiseplanung für Kambodscha einfacher hast, habe ich hier alle meine praktischen Tipps für dich gesammelt, von der Einreise über die Währung und typische Preise bis zu den schönsten Orten.

Boote auf dem Tonle Sap bei Sonnenuntergang

Lage

Kambodscha liegt in Südostasien und grenzt an Thailand, Laos und Vietnam. Zum Land gehört eine über 400km lange Küste am Golf von Thailand. Neben zwei Gebirgszügen im Norden und Osten ist die Landschaft im sogenannten Kambodschanischen-Becken relativ flach. Nordwestlich von Phnom Penh befindet sich der Tonle Sap, der mit bis zu 10.400km² größte See Südostasiens.

Klima und Reisezeit

Das Klima in Kambodscha wird vom Monsun bestimmt, dementsprechend ist die beste Reisezeit in den Monaten November bis März, wenn es kaum regnet und relativ kühl ist. In der Regenzeit ist es dagegen oft schwülheiß, es kommt zu heftigen Regenfällen und manche Gegenden sind dann evlt. schlecht erreichbar. Ich war im Januar in Kambodscha und es war warm und trocken. Temperaturen um die 30°C sind dann aber trotzdem keine Seltenheit.

An- und Einreise

Da ich schon länger in Südostasien unterwegs war, bin ich von Vientiane in Laos nach Phnom Penh geflogen. Von Europa gibt es in der Regel Flugverbindungen mit Umstieg, etwa in Bangkok oder Hanoi. Auch Siam Reap kann man per Flugzeug gut erreichen.

Für die Einreise benötigen deutsche Staatsangehörige einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist und ein Visum. Dieses kann über die Botschaft, als E-Visum, oder als Visa on Arrival beantragt werden. Außerdem muss man seit kurzem vorab eine elektronische Einreisekarte ausfüllen. Das kann man ab 7 Tagen vor Einreise machen. Es werden Infos zum Reisepass, erster Adresse in Kambodscha, Reisegrund, (akuten) Erkrankungen und eingeführten Wertgegenständen abgefragt. Am Ende bekommt man einen QR-Code, den man sich speichern oder abfotografieren sollte, da man ihn evlt. bei Einreise vorlegen muss.
In Phnom Penh habe ich unkompliziert ein Visa on Arrival bekommen. Hierzu musste ich nur meinen Pass vorlegen und die Tourist Visa Gebühr von aktuell 30 USD in Bar bezahlen. Dann bekam ich einen Zettel mit dem Visum.

Disclaimer: informiere dich immer nochmal selbst vor der Einreise, z.B. beim Auswärtigen Amt

Währung und Bezahlen

Landeswährung ist der Kambodschanische Riel. 1 Euro entspricht aktuell ungefähr 4.700 Riel (Stand 02/26). Es gibt nur Scheine in Höhe zwischen 50 bis 200.000 Riel.

Neben dem Riel wird viel allerdings in US-Dollar angegeben und bezahlt. Wer in USD bezahlt, bekommt meist Riel als Rückgeld, da USD die stabilere und damit bei Einheimischen beliebtere Währung ist. Als Wechselkurs wurde meistens mit 4.000 Riel zu 1 USD gerechnet.

In den großen Städten kann man auch USD am Automaten abheben, hier bekommt man aber meist nur große Scheine (50 oder 100 USD). Die Abhebegebühr beträgt jeweils 5-6 USD. Wer kann sollte deshalb USD in kleineren, gut erhaltenen Scheinen mit nach Kambodscha bringen. Beschädigte Dollar-Noten oder Scheine älteren Datums werden nicht angenommen.

Kleinere Beträge in Riel sollte man etwa für Einkäufe auf dem Markt, oder für Tuktuk Fahrten aufheben, damit man hier möglichst passend zahlen kann.

Zahlen mit Kreditkarte ist in manchen Restaurants und in den meisten Hotels möglich. Manchmal wird dafür eine Gebühr von 3-5% oder pauschal 1USD erhoben. Ich hatte meine DKB Visa Debitkarte* (Affiliate-Link) dabei und konnte damit überall problemlos zahlen.

Ein paar Preisbeispiele:
1 Dose Cola/Bier: 1-2 USD
Einfaches Gericht im Restaurant: 5-6 USD
Wäsche waschen: 2-4 USD pro Kilo
3-Tages Pass Angkor Wat: 62 USD
Eintritt National Palace Phnom Penh: 10 USD

Mobiles Internet

Am Flughafen in Phnom Penh konnte ich mir nach der Einreise unkompliziert und günstig eine E-Sim für meinen Reisezeitraum besorgen. Auch physische Sims werden angeboten und sind teilweise noch etwas günstiger. Für 8 USD habe ich 30GB für 15 Tage bekommen. Etwas teurer, aber dafür schon vorab organisierbar sind E-Sims über Apps wie Saily* (Affiliate-Link).

Zeitzone

Kambodscha liegt, wie die Nachbarländer Thailand, Laos und Vietnam in der Zeitzone UTC+7, eine Sommerzeit gibt es nicht. Dementsprechend gibt es eine Zeitverschiebung von +6 Stunden zur deutschen Winterzeit und von +5 Stunden zur deutschen Sommerzeit.

Sprache und Verständigung

Die Landessprache in Kambodscha ist Khmer. Die Sprache hat eine eigene, von indischen Schriften abgeleitete Schrift mit über 60 Buchstaben. Besonders in den touristischen Regionen kann man sich aber gut mit (einfachem) Englisch verständigen. Viele Schilder und Speisekarten sind auch auf Englisch verfügbar. Auf Märkten wurde uns sonst z.B. der Preis in einen Taschenrechner eingegeben.

Ein paar einfach Wörter:
Sou sday – Hallo
Orkurn – Danke
Sok sabay – Wie geht es Ihnen?

Rumkommen im Land

Ich war in Kambodscha mit einer geführten Tour mit Intrepid unterwegs. Aber auch wenn du auf eigene Faust unterwegs bist, kannst du zwischen den größeren Städten einfach herumreisen. Besonders zwischen Phnom Penh und Siem Reap verkehren häufig Fernbusse. Aber auch Ziele wie Kampot, Battambang oder Sihanoukville erreichst gut per Bus. Die Zeiten und Preise recherchiere ich z.B. über 12go.asia* (Affiliate-Link). Von Phnom Penh nach Battambang sind wir bei unserer Reise auch mit dem lokalen Zug gefahren. Diese Fahrt war ein Erlebnis für sich, dauert natürlich entsprechen lang und ist ziemlich ruckelig. Auf die Insel Koh Rong sind wir mit dem Speedboot übergesetzt. Die Fahrt dauerte nur etwa 30min, war aber gerade bei der Rückfahrt und starkem Wellengang gar nicht ohne. Mehr über meine Stopps liest du in meinem Artikel „Kambodscha Rundreise: meine Route für zwei Wochen„.

Ein Zug steht im Bahnhof von Phnom Penh

In den Städten haben wir uns, wenn nötig ein Tuktuk genommen. Die kannst du auch über die App Grab bestellen. Viel konnten wir aber auch zu Fuß erkunden, selbst in Phnom Penh. Wenn du Tuktuk fährst, vergiss nicht vorab einen Preis auszuhandeln.

Unterkünfte

Während der Reise haben wir größtenteils in einfachen 3-4 Sterne Hotels übernachtet. Nur einmal waren wir in einem einfachen Homestay mit Matratze auf dem Boden und großem Schlafraum für alle. Von der Qualität her fand ich die Unterkünfte mit denen in Thailand vergleichbar. In Phnom Penh haben wir uns zu Beginn der Reise auch ein etwas besseres Hotel mit Rooftop Pool gegönnt. Davon gibt es recht viele in der Stadt, auch zu günstigen Preisen. Im Le Bootum Hotel hatten wir für nur 45€ zu zweit ein gemütliches, sauberes Zimmer, die Dachterrasse mit Pool und Ausblick auf den Palast, ein paar vegane Optionen beim Frühstücksbuffet und am nächsten Tag einen guten Ausgangspunkt, um die Stadt zu Fuß zu erkunden. Buchen kannst du z.B. über booking.com* oder agoda*.

Le Botum Hotel* – Phnom Penh
Home Chic Hotel* – Phnom Penh
Stung Sanke Hotel* – Battambang
Amber Angkor Villa Hotel* – Siem Reap
Sokhon Homestay* – Samobr Prei Kuk
Twin Hotel* – Kampot
Bunnan Bungalows* – Coconut Beach, Koh Rong

Essen in Kambodscha

Die klassische Khmer Küche besteht aus nur vier bis fünf Gerichten, die immer varriiert werden. Darunter Khmer Curry, Fried Rice und Amok, ein Gericht das mit Kokosmilch und einer Würzpaste im Bananenblatt gedämpft wird. Sehr viel wird mit Reis als Beilage gegessen. Besonders an der Küste sind auch Fischgerichte verbreitet. Zum Glück lassen sich aber die meisten Khmer-Gerichte vegan abwandeln. Achten muss man hier, wie in anderen asiatischen Ländern, auf Fisch- und Austernsoße.

veganes Khmer-Curry mit Tofu

Ländliche Gegenden wie rund um Battambang oder Kampot sind bekannt für den Anbau von Gemüse, tropischen Früchten und Gewürzen. Wir haben etwa in Battambang eine Radtour gemacht und konnten dort an mehreren Stellen frische Früchte probieren. In Kampot haben wir eine Pfefferfarm besucht und verschiedene Pfeffersorten verkostet.

In den Städten gab es, wie schon in Laos, öfter Restaurants mit indischer Küche. Die habe ich auch gerne besucht um etwas Abwechslung zu bekommen. Rein vegetarische oder vegane Restaurants waren dagegen seltener. Mehr vegane Tipps und über die Khmer-Küche liest du in meinem „Vegan in Kambodscha Guide“.

Die schönsten Orte in Kambodscha

Phnom Penh

Die Hauptstadt von Kambodscha ist mehr als der Zwischenstopp auf dem Weg nach Angkor Wat und auf jeden Fall einen Besuch wert. Ich empfand die Stimmung ein bisschen wie eine Mischung aus Bangkok, nur noch nicht ganz so modern, und Hanoi, nur nicht ganz so wuselig. Nutze die Gelegenheit und beschäftige dich hier mit der Geschichte der Roten Khmer.

Ausblick über Phnom Penh mit Hochhäusern und die Royal Palace

Mehr zu den Sehenswürdigkeiten in Phnom Penh

Angkor Wat

Klar ist Angor Wat für die meisten der Grund für eine Reise nach Kambodscha. Und das völlig zurecht. Die Tempel-Anlagen sind absolut faszinierend, teils noch gut erhalten, teils noch unter den Bäumen im Dschungel versteckt. Nimm dir hier genug Zeit all die Tempel zu entdecken.

Blick auf den Bayon Tempel in Angkor Thom

Meine Tipps für Angkor Wat

Battambang

Obwohl Provinzhauptstadt, ist Battambang relativ ländlich. Rundherum wird viel Obst und Gemüse angebaut und es gibt jede Menge Märkte. Das macht den Ort perfekt für einen Kochkurs. Im Zentrum sind außerdem noch einige typische Häuser aus der Kolonialzeit erhalten, die als Kulisse für den Film „First they killed my father“ dienten. Hier gibt es auch coole Streetart.

Alte Kolinalhäuser in Battambang

Sambor Prei Kuk Tempel

Wer nicht genug von Tempeln bekommen kann, sollte Sambor Prei Kuk mit auf die Reiseroute setzten. Diese Tempel sind noch älter als Angkor Wat, gehören ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe, sind aber wesentlich weniger stark besucht. So kann man die Tempel, die inmitten von riesigen Bäumen liegen, in Ruhe erkunden.

Ein von wurzeln eines riesigen Baumes umfangener Tempel in Sambor Prei Kuk

Kampot

Wer wollte nicht schonmal dahin reisen wo der Pfeffer wächst?! Kampot beweist, dass es da auch ganz schön sein kann. Du kannst hier Pfefferfarmen besuchen und lernen, wie das Gewürz angebaut und geerntet wird. Außerdem gibts nicht weit von hier schöne Sandstrände an der Küste vor Kep.

Auf einer Pfefferfarm in Kampot

Koh Rong

Für entspanntes Inselleben, plane zum Abschluss deiner Kambodscha Reise ein paar Tage auf Koh Rong ein. Die Insel liegt nur eine halbstündige Bootsfahrt von der Küste entfernt im Golf von Thailand. Dort findest du lange Sandstrände mit türkisblauem Wasser und kannst einfach mal die Seele baumeln lassen.

Coconut Beach, Sandstrand auf Koh Rong

Weiterlesen zu Reisen in Südostasien:
Vietnam: Highlights aus zwei Wochen Rundreise
Thailand Rundreise: Meine Route für 2 bis 3 Wochen
Laos: Highlights aus drei Wochen Rundreise

Rezept: veganer Spätzleauflauf

Vegane Käsespätzle in Auflaufform? Wenn du in Gedanken hier auch „ja, bitte!“ rufst, lies weiter. Dieses Rezept ist veganes Comfort-Food vom Feinsten, super schnell zubereitet und somit perfekt für die vegane Alltags-Küche: mein veganer Spätzleauflauf.

veganer Spätzleauflauf auf einem Teller

Zutaten für 3-4 Portionen:
500g vegane Spätzle aus dem Kühlregal
1 Dose feine Erbsen
1 kleine rote Zwiebel
200g Räuchertofu
150ml vegane Kochcreme
100g veganer Streukäse
Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:
1. Die veganen Spätzle in eine große Auflaufform geben. Erbsen kurz abspülen und dazugeben, die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden, den Räuchertofu ebenfalls in Würfel schneiden.
2. Zwiebel und Rauchertofu kurz in der Pfanne in etwas Öl anbraten, bis die zwiebel glasig und der Tofu knusprig ist. Dann alles in die Auflaufform geben, mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat würzen, die vegane Kochcreme darüber verteilen und gut durchmischen.
3. Mit dem veganen Streukäse toppen und für ca. 20min bei 180°C im Ofen überbacken.

veganer Spätzleauflauf in einer Backform

Dieses Rezept ist denkbar einfach und super schnell zubereitet. Es müssen nur wenige Zutaten geschnitten werden, den Rest übernimmt der Ofen. Sehr praktisch, wenn man wenig Zeit zum kochen hat, oder nach einem langen Tag eigentlich nur noch erschöpft auf die Couch fallen möchte. Übrigens: noch mehr einfache, alltagstaugliche Rezept findest du in meinem E-Book „Einfach vegane Alltagsküche“.

Auf die Idee kam ich, als ich nach einer Alternative für die klassischen Käsespätzle gesucht habe. Die esse ich zwar auch sehr gerne, diesmal wollte ich aber etwas anderes ausprobieren. Und da ich noch alle benötigten Zutaten da hatte, entstand daraus ganz spontan dieses einfache Rezept. Hier verwende ich auch mal wieder mehr vegane Fertigprodukte. Insgesamt machen diese aber nur einen kleineren Teil meiner Ernährung aus. Um etwas mehr frisches Gemüse dabei zu haben, kannst du den Spätzleauflauf auch mit einem frischen Salat servieren (gerne auch mit einem fertigen Salat aus der Tüte, wenn es schnell gehen muss).

veganer Spätzleauflauf mit knuspriger Kruste

So ein Auflauf ist jedenfalls super für die vegane Alltags-Küche. Und genauso wie bei meinem veganen Kartoffelauflauf schmeckt du Kruste am besten. Meine Zusammenstellung hier erinnert mich auch etwas an mein Lieblingsgericht als Kind. Das war Nudelauflauf, den wir (damals noch nicht vegan) mit Erbsen, kleinen Stückchen Fleischwurst und einem Eiguss gemacht haben und zusammen mit einer einfachen Tomatensoße gegessen haben. Dieses Rezept muss ich irgendwann auch nochmal veganisieren.

Weitere einfache Rezeptideen:
Mediterraner Nudelsalat
Vegane Blätterteig-Tarte mit Kartoffeln, Zucchini und Pilzen
Quesadillas mit Bohnenfüllung